Der Bahnhof in Bad Hersfeld - Archivfotos: Stefanie Harth

BAD HERSFELD Spannung vor dem Dialogforum

Politische Unterstützung für Fernbahnhof in Bad Hersfeld - Standortfrage bleibt

20.02.19 - Mit Spannung wird das nächste Dialogforum am 11. März dieses Jahres erwartet. Dort soll es konkretere Hinweise auf die mögliche Streckenführung geben. Wie OSTHESSEN|NEWS bereits im Zusammenhang mit einer Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen in Bad Hersfeld berichtete, sind verschiedene Trassenvarianten möglich. Vier Ausfädelungspunkte entlang der Neubaustrecke Fulda-Kassel hält die Bahn für technisch möglich (siehe "Mehr zum Thema" rechts). Im Fokus steht nach wie vor der Bahnhof in Bad Hersfeld. Wird er angebunden oder gibt es vielleicht einen neuen Fernbahnhof außerhalb der Kreisstadt?

Eine wichtige Rolle spielt - wie berichtet - auch der erste Entwurf des Deutschland-Taktes. Dieser zeigt deutlich auf, dass die Linie Frankfurt am Main nach Berlin nach diesem Entwurf vorbeirauscht. Die Linie Frankfurt am Main - Leipzig/Dresden plant einen Halt in der Region Bad Hersfeld auf. Nicht mehr und nicht weniger.

In zwei Pressemitteilungen äußern sich heimische Politiker zu den Planungen und Gerüchten:

Zur Verkürzung der Fahrzeit zwischen Fulda und Erfurt soll im Bereich zwischen Fulda und Gerstungen eine neue Eisenbahnstrecke gebaut werden, welche die Region Osthessen verändern wird. Thomas Mühlhausen von der Ortsgruppe Bebra der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer: "Die neue Strecke wird allerdings auch dazu dienen die bestehenden Verkehre im Fulda- und Haunetal zwischen Bebra und Fulda zu entmischen und so zusätzliche Kapazitäten für den Güterverkehr zu schaffen. Gleichzeitig ist jedoch komplett offen, wie die Region an den Fernverkehr der Deutsche Bahn angeschlossen wird und bleibt."

Lena Arnoldt und die GDLer aus Bebra machen sich daher für eine Beibehaltung des Halt am Bahnhof Bad Hersfeld stark. Arnoldt: "Ich werde mich in der Landesregierung dafür einsetzen, dass die Kur- und Festspielstadt auch künftig gut angeschlossen bleibt. Unsere Region ist lebenswert und soll es auch bleiben. Das gelingt allerdings nur mit schnellen, möglichst direkten Verbindungen beispielsweise nach Frankfurt und Erfurt ab Bad Hersfeld, aber auch einer besseren Anbindung des Werra-Meißner-Kreis im Nahverkehr über Bebra hinaus bis Bad Hersfeld. Jeder Umsteigevorgang sorgt für eine sinkende Attraktivität, noch vollere Straßen und steigende Umweltbelastungen."

Patrcik Rehn, Lena Arnoldt und Thomas ...Fotos (2): privat

"Michael Roth (SPD): "Gerüchte entsprechen nicht der Sachlage"

Auch der heimische Bundestagsabgeordnete und Staatsminister Michael Roth ist an Thema dran. Nach einem klärenden Gespräch im Bundesverkehrsministerium stellt Roth in einer Pressemitteilung klar: „Die Region wird auch künftig über einen ICE-Halt direkt an den Fernverkehr angebunden sein. Gerüchte, dass die Fernzüge künftig nur noch an der Region vorbeirauschen würden, entsprechen nicht der Sachlage“, so Roth nach dem Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann, der auch Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr ist. Wie aus dem Gutachterentwurf des Bundesverkehrsministeriums für den „Zielfahrplan Deutschland-Takt“ hervorgeht, ist auf der Strecke zwischen Fulda und Erfurt ein stündlicher Fernverkehrshalt in der Region Bad Hersfeld verbindlich vorgesehen.

Die genaue Lage des Bahnhofs sei jedoch abhängig vom konkreten Trassenverlauf, der im Rahmen des Beteiligungsforums festgelegt wird. Je nach Trassenvariante könne auch ein Fernverkehrshalt außerhalb des Bad Hersfelder Bahnhofs zur Diskussion stehen, so Ferlemann. Ferlemann machte im Gespräch mit Roth aber deutlich: „Ein ICE-Halt im Bad Hersfelder Bahnhof bleibt selbstverständlich weiterhin auf dem Tisch und wird auch weiterhin gleichrangig mit anderen Varianten geprüft.“ Ferlemann sagte Roth zu, dass mindestens eine der vorgeschlagenen Trassenvarianten einen ICE-Halt im Bahnhof Bad Hersfeld vorsehen werde. Die abschließende Beratung über die Vorzugstrasse und die Lage des Fernverkehrshalts liege dann beim Beteiligungsforum.

Michael Roth

Michael Roth, der auch regelmäßig mit den Verantwortlichen der DB Netz AG im Gespräch ist, betont: „Ziel des Beteiligungsforums ist es, gemeinsam eine genehmigungsfähige und in der Region akzeptierte Trassenvariante zu finden. Einfache Entscheidungen werden das nicht. Von Beginn an habe ich deutlich gemacht, dass die direkte Anbindung der Festspielstadt an den Fernverkehr durch einen ICE-Halt und die Fragen des Lärmschutzes für die Region von großer Bedeutung sind. Ich bin nach wie vor von den Vorzügen des ICE-Halts im Hersfelder Bahnhof überzeugt. Letztlich wird es eine Abwägung der Mitglieder des Beteiligungsforums sein, ob sie nach Vorliegen aller möglichen Varianten nach wie vor diese Überzeugung teilen.

Auszug aus dem Deutschland-Takt. Der "rote ...

Vor der nächsten Sitzung des Beteiligungsforums am 11. März 2019 warb Roth dafür, dass sich alle Beteiligten an gemeinsam getroffene Vereinbarungen und Regeln halten, um eine faire und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Forum zu ermöglichen. Insbesondere die DB Netz AG müsse hierbei mit gutem Beispiel vorangehen und sich ernsthaft darum bemühen, verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückzugewinnen.

Auch Lena Arnoldt und die Gewerkschaftsvertreter verständigten sich darauf, in Kontakt zu bleiben. Patrick Rehn: "Der Personalmangel bei Lokführern und Busfahrern und daraus resultierende Fahrtausfälle beschäftigen nicht nur die Rhein-Main-Region, sondern mittlerweile auch Nordhessen. Die Verlagerung von Güterverkehr von der Straße auf die Schiene führt zunehmend im internationalen Verkehr zu höheren Zugzahlen, auch und besonders auf der Strecke Fulda - Bad Hersfeld - Bebra."

Ziel des Dialog sei die Erhöhung der Akzeptanz des Schienenverkehr als umweltfreundliche Alternative zum Straßenverkehr. Arnoldt abschließend: "Uns ist klar, dass öffentliche Verkehrsmittel und die Bahn als Gütertransporteur nicht jeden Winkel erreichen und bedienen können und jedes Mobilitätsbedürfnis abdecken können. Es muss jedoch unser Ziel sein diese gemeinsam im Dialog mit allen Beteiligten für möglichst viele Menschen und Unternehmen zu einer echten Alternative zu machen, auch im Sinne der Umwelt und unserer Region." (pm / hhb) +++


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