FULDA Fünf Festnahmen

Friedliche Proteste: "Dritter Weg" trifft auf Tausende Gegendemonstranten

18.02.19 - Eine Versammlung der rechtsextremen Kleinpartei "Der Dritte Weg" mit anschließendem Zug durch die Innenstadt wurde am Samstag in Fulda zur eindrucksvollen Demonstration bürgerschaftlichen Engagements: Tausende Gegendemonstranten von Kirchen, Institutionen und gesellschaftlichen Gruppierungen protestierten und ließen den Rechtsextremen nur einen schmalen Korridor durch die Barockstadt.

Angefangen hatte das Protest-Programm mit einer Mahnwache der Partei "Die Partei" am Borgiasplatz um 13:30 Uhr: Beim "Kartoffel-Test" konnten Einheimische spielerisch deutsche Werte hinterfragen. Um 14:30 Uhr meldete sich dann vor dem Stadtschloss das Aktionsbündnis "Für ein demokratisches und weltoffenes Fulda" zu Wort: Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche, von Verbänden und Institutionen machten klar, was von der Versammlung des "Dritten Wegs" zu halten ist - allen voran Ex-Bürgermeister Dr. Wolfgang Hamberger, der, wie bereits 2017, ein flammendes Bekenntnis zu demokratischen Werte abgab: "Ich bin glücklich, dass wir hier zusammenstehen und gemeinsam diese Aufgabe meistern: Protest gegen diejenigen, die das Falsche tun. Es gibt nur richtige und falsche Wege. Der 'Dritte Weg', so wie er inszeniert werden soll, ist ein falscher Weg - den wollen wir nicht gehen. Fulda befindet sich auf gutem Weg. Fulda hat auch in der nationalsozialistischen Zeit keinen Nährboden für den Nationalsozialismus abgegeben. Darauf sind wir stolz."

Fotos: Carina Jirsch (5)

Mitglieder vom "Dritten Weg" Fotos: O|N


Um 15 Uhr starteten dann offziell die Kundgebung des "Dritten Wegs" vor der Stadtpfarrkirche sowie das Programm der Gegendemonstranten, sowohl auf dem Uniplatz als direkt auch um die Stadtpfarrkirche herum: Auf Höhe des Juweliers Bott und der Kreuzung Markstraße-Unterm Heilig Kreuz stand hinter Absperrgittern ein Querschnitt durch die Gesellschaft, von Jung bis Alt, vom Punk bis zur Hausfrau. Auch später, als die rund 100 Teilnehmer des "Dritten Wegs" sich mit klassischer Musik aus dem Lautsprecherwagen über den Luckenberg, den Gemüsemarkt, das Bermudadreieck bis zum Bahnhof bewegten, wurde klar, was die Fuldaer von der rechtsextremen "Alternative" halten: Unter Pfeifkonzerten bewegte sich die Gruppe langsam entlang der Route, inklusive Trommlern und Trauerkranz. Am Doll mussten die Rechtsextremen gar das Partisanenlied "Bella ciao" aus großen Lautsprechern über sich ergehen lassen, weil der Zug ins Stocken gekommen war.

Insgesamt wurden fünf Personen vorläufig festgenommen. Im Einzelnen handelte es sich um das Zeigen des Hitlergrußes, eine Beleidigung, ein Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, ein Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz, Mitführen von Pyrotechnik, sowie ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz - vermummte Person . Außerdem wurde bei einer Personenkontrolle ein Haftbefehl vollstreckt. Polizeipräsident Günther Voß war zufrieden mit dem Ablauf des Polizeieinsatzes, bedankt sich bei allen Einsatzkräften und bittet die Bevölkerung um Verständnis für die einsatzbedingten Behinderungen im Straßenverkehr und die Absperrungen in der Innenstadt. Die Bundespolizei überwachte die An- und Abreise der Demonstranten, die mit der Deutschen Bahn anreisten. Es kam zu keinen Störungen.


Am Peterstor ging ein Redner des "Dritten Wegs" direkt auf die Rede Hambergers vor dem Stadtschloss ein: "Alle vermeintlichen Werte dieser neoliberalen Gesellschaft sind nichts als leere Hülsen, Heuchelei und Selbstinszenierung. Wir wissen, wie und wo unser Weg zu verlaufen hat. Wir wissen auch, wie und wo euer Weg verlaufen wird." Der Zug endete am Bahnhof, insgesamt waren 1.000 Beamte im Einsatz, nach bisherigen Informationen kam es zu keinen Zwischenfällen. (Marius Auth) +++


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