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REGION Serie: Faszination Mythen und Sagen

Der hübsche Jüngling und der Werwolf aus der Rhön

HINTERGRUND:Mythen und Sagen haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Fast alle Völker der Erde haben ihre eigenen Geschichten, in denen sich die Struktur und die Werte der damaligen Zeit widerspiegeln. Naturgewalten oder Ereignisse, die für die Menschen aus früheren Zeiten unheimlich und unerklärbar waren, wurden so in eine nachvollziehbare Form gegossen und von Generation zu Generation mündlich weitergegeben. Das Wissen über diese Sagen verbleibt bis heute meistens in dem Ort, in dem sie entstanden. Gerade die dunklen Wintermonate eignen sich hervorragend, um sich ein wenig zu gruseln und in die Welt der regionalen Mythen einzutauchen. Mit einer neuen Serie möchte OSTHESSEN|NEWS die schönsten Sagen Osthessens vorstellen.

10.04.18 - In einem abgelegenen Teil der Rhön soll sich vor vielen Jahren folgendes zugetragen haben: Ein junges Mädchen traf sich an einem lauen Maiabend in einem benachbarten Dorf zum Tanz mit einem hübschen Jüngling mit eisblauen Augen. Noch frisch war die Beziehung und so geschah es, dass man die Zeit vergaß.

Gar lustig ging es her, als die jungen Leute fröhlich um den Maibaum tanzten; sie sangen und lachten bis längst die Sonne untergegangen war. Kurz bevor die Kirchturmglocke zum 12. Schlag ansetzte, wurde dem Mädchen doch bang ums Herz, sicher warteten Mutter und Vater längst auf ihre Rückkehr. Schnell verabschiedete sie sich von ihrem Liebsten und machte sich auf den Weg nach Hause.

Der Vollmond erhellte den schmalen Weg, den sie als Abkürzung wählte. Sie duckte sich unter herabhängenden Zweigen und stieg über duftendes Moos, leise hallten ihre Schritte nach. Als sie am Rand des Waldes angekommen war, stieg ihr die Furcht in die Glieder: schaurige Geschichten hatte sie am Abend über den alten Forst gehört, von dunklen Gestalten und bösartigen Kreaturen, die dort lebten. „Bestimmt wollten die Jungen nur uns Mädchen erschrecken“, dachte sie sich und sprach sich selbst Mut zu. Vorsichtig trat sie den ersten Schritt ins düstere Tann.

„Aber was?“ dachte sie noch, als sie plötzlich seltsame Geräusche hörte. Nicht laut, aber so, dass es ihr die Haare auf den Armen zum stehen brachte. Ein tiefes Grollen, wie von einem großen Hund, eilige Schritte, die auf sie zueilten: nur noch einen Schatten sah das arme Kind, bevor es aus dem Leben gerissen wurde.

Ein Schäfer, der nicht weit von der Stelle Unterschlupf für die Nacht gefunden hatte, hörte die schrecklichen Schreie des Mädchens; rasch eilte er in Richtung Wald. Doch das Mädchen fand er nicht: nur blutdurchdrängte Kleiderfetzen und einen Schuh. Als er sich umdrehte und zu einer entfernten Lichtung blickte, sah er ein Ungetüm: ein Wolf, so groß wie ein ausgewachsener Mann, mit fürchterlichen Zähnen, aufrechtstehend und heulend. Doch was dem Schäfer besonders an dem Monster auffiel, war weder dessen Größe noch Statur: es waren die eisblauen Augen, mit denen der Werwolf den Mann fixierte. (Miriam Rommel) +++

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