- Symbolbild: pixabay

REGION Faszination Mythen und Sagen

Das ältere Fräulein und der dunkle Mann von Rothemann

HINTERGRUND: Mythen und Sagen haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Fast alle Völker der Erde haben ihre eigenen Geschichten, in denen sich die Struktur und die Werte der damaligen Zeit widerspiegeln. Naturgewalten oder Ereignisse, die für die Menschen aus früheren Zeiten unheimlich und unerklärbar waren, wurden so in eine nachvollziehbare Form gegossen und von Generation zu Generation mündlich weitergegeben. Das Wissen über diese Sagen verbleibt bis heute meistens in dem Ort, in dem sie entstanden. Gerade die dunklen Wintermonate eignen sich hervorragend, um sich ein wenig zu gruseln und in die Welt der regionalen Mythen einzutauchen. Mit einer neuen Serie möchte OSTHESSEN|NEWS die schönsten Sagen Osthessens vorstellen.

07.03.18 - Es war an einem Wintertag, als ein älteres Fräulein aus Rothemann, das als ehrsame und fromme Person unter den Dorfbewohnern bekannt war, Freunde auf einem abgelegenen Hof besuchte. Bei Gebäck und heißen Getränken vergaß sie schnell die Zeit, viel zu spät machte sie sich auf den Rückweg. Die Dämmerung hatte bereits eingesetzt und auf dem einsamen Weg lag zentimeterhoch der Neuschnee.

Ein Geräusch ließ das Fräulein innehalten, hastig sah sie sich um. Als sie ihren Blick nach rechts in Richtung des Waldes schweifen ließ, entdeckte sie eine Gestalt, die mit schweren Schritten auf sie zukam. Im Schneegestöber konnte sie jedoch nicht ausmachen, wer ihr da folgte und so beeilte sie sich und schritt noch schneller auf die Häuser des Dorfes zu. Kurz dachte das Fräulein, dem Unbekannten entkommen zu sein, als plötzlich ein großer Mann mitten auf dem Weg vor ihr stand und sie durchdringend ansah. In seinen grauen, zottigen Haaren hatte sich der Schnee verfangen und über seinen breiten Schultern hing ein derber dunkler Kutschermantel.

Der Dame wurde nun doch mulmig zumute, also sprach sie den Fremden an. „Sagt, wer seid Ihr?“ fragte sie zaghaft. Der vor ihr Stehende, der fast wie ein Toter wirkte, antwortete jedoch nicht. Zitternd streckte sie die Hand aus – und der Unbekannte verschwand. Er hatte sich einfach in Luft aufgelöst. Das Fräulein eilte, so schnell es konnte, nach Hause und ließ am folgenden Tag drei Messen im Kloster Frauenberg lesen.

Unter den Leuten in Dorf, die die unheimliche Gestalt bereits kannten, erzählte man sich früher von einem alten Auszügler, der vor etlichen Jahren unter größten Qualen gestorben sei, nachdem er einen recht liederlichen und gottlosen Lebenswandel geführt hätte. Er soll, so sagt man, auch im Tode seine Ruhe nicht gefunden haben. Bis heute irrt er ruhelos in und um Rothemann umher. (Miriam Rommel) +++

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