Fritz Schroth hat Rumtopf und Konfitüre hergestellt. Der Erlös soll einem Waisenhaus auf den Philippinen zugute kommen. - Foto: Marion Eckert

HAESELBACHGespräch mit Fritz Schroth

Marmelade und Rumtopf: Unterstützung für Waisenhaus auf den Philippinen

07.02.18 - Rumtopf, Marmelade und Rumtopf-Likör - und das alles für einen guten Zweck. Fritz Schrot, war im letzten Jahr auf den Philippinen. Vor allem das Schicksal der Kinder, die direkt nach der Geburt dem Elend ausgesetzt sind, bewegten ihn. Er und seine Frau Kriemhild entschieden sich, dieses Leid nicht einfach nur zu Kenntnis zu nehmen, sondern eine Spendenaktion - und sei sie noch so klein - ins Leben zu rufen.

Fritz Schroth unternahm diese Reise in seiner Funktion als Vorsitzender des Ausschusses Ökumene, Mission und Dialog in der Evangelischen Lutherischen Kirche Bayern und als Kurator im Vorstand von "Mission ,Eine Welt'". Auf der Tagesordnung stand der Besuch von evangelischen Gemeinden in Manila. Mit über 7.000 Inseln, 73 Stämmen und 104 Millionen Menschen sei diese Land schon durch die Infrastruktur herausgefordert.

„Herausgefordert ist der Staat aber auch durch eine korrupte Oligarchie der Oberschicht, die in den letzten Jahrzehnten das Land mit völlig eigenen Interessen beherrschten" sagt Schroth. "Dabei blieben viele Menschen auf der Strecke und versanken in Armut, Elend und Hoffnungslosigkeit.“ Fritz Schroth hatte den Eindruck, dass sich „das Elend der Welt“ - gerade in der Hauptstadt Manila - wie in einem Brennglas bündele. „Wir erlebten das hautnah im Elendsviertel des Stadtteils Malabon.“

Er berichtet weiter: „Tausende von Kindern fristen ihr Leben auf Friedhöfen zwischen den Sarkophagen oder in den Straßen von Manila ohne Dach über dem Kopf, ausgeliefert dem Menschen- und Organhandel gut vernetzter krimineller Gangs.“ Er spricht von „zehntausenden Familien in den rauchenden Bergen, den Müllhalden Manilas“, die in bitterster Armut leben. „Es sind Menschen ohne jegliche Perspektive, dem Menschen-, Kinder- und Organhandel, und den Drogenkartellen ausgeliefert, ohne jede Zukunftsperspektive. Dazu gehören auch die riesigen Slumgebiete in und um Manila, die schon vom Flugzeug aus unübersehbar sind.“ Vor diesem Hintergrund habe ihn die kleine, arme lutherische Kirche beeindruckt. „Wie sie sich als Kirche für die Menschen versteht und der Not mit ihren bescheidenden Mitteln begegnet“, fasst Schroth zusammen.

Im Baby-Waisenhaus „Concordia“ werden Neugeborene und Kleinstkinder auf der Straße aufgesammelt, aus dem Abfalleimer oder in Plastiktüten, um ihnen in diesem lutherischen Heim eine Lebenschance zu geben. Die kleine Kristin hat es Fritz Schroth besonders angetan. Als Neugeborene lag sie um die Weihnachtzeit in einer Nebenstraße am Boden, frühgeboren, unterernährt. Im Heim wurde sie aufgepäppelt, mit drei Monaten wog sie schon vier Kilo. Doch: „Ihr Blick tut mir weh, denn er geht ins Leere - als würde sie ihre verlorene Mutter und ihren Vater suchen, die sie nicht haben und halten wollten.“ Für die Kinder des Waisenhauses werden Adoptionseltern gesucht, das sei ein weiter wichtiger Teil, den die Kirche leiste. „Es ist für uns unvorstellbar, das Neugeborene am Straßenrand abgelegt werden. Werden sie nicht rechtzeitig gefunden, sind sie dem sicheren Tod preisgegeben. An diesen ausgesetzten Babys zeige sich am deutlichsten was ein Mensch wert ist: Nichts! Abfall einer Großstadt.“

Und um genau dieses Waisenhaus zu unterstützen hat Fritz Schroth die Marmeladen- und Rumtopf-Aktion gestartet. „Ich möchte den Blick auf die ausgesetzten Kinder lenken, die sonst keine Lobby haben. Was mich berührt hat, kann auch andere berühren.“ Erdbeeren, Kirschen, rote- und schwarze Johannisbeeren wurden von Fritz und Kriemhild Schroth und einigen Helfern im vergangenen Jahr vorwiegend in der Rhön gesammelt. Die handverlesenen reifen Früchte wurden von den beiden zu köstlichen Marmeladen und zu Rumtopf verarbeitet, der einige Monate gereift und im Winter bestens zu genießen ist.

„Mit dieser Aktion möchte ich einen kleinen Beitrag zur Hilfe für die Kinder auf den Straßen des Elends leisten. Bisher konnten schon 2.500 Euro eingenommen werden. Wer Interesse an einer der süßen Köstlichkeiten hat, bekommt sie in der Christlichen Tagungsstätte Hohe Rhön in Haselbach. Es ist natürlich auch möglich die Aktion finanziell durch eine Spende zu unterstützen. (Marion Eckert) +++


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