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FULDA Zahnärztlicher Bereitschaftsdienst

"Keine Lust": Zahnärztin verweigert Behandlung von Notfall-Patientin

Kontakt Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen:Die Patientenberatung für gesetzlich Krankenversicherte ist erreichbar: Tel.: 069 6607-281 Mo.-Do., 8.30 - 14 Uhr Mail: patienten@kzvh.de Fax: 069 6607-263 Auf dem Postweg: KZV Hessen Patientenberatung Lyoner Str. 21 60528 Frankfurt

09.10.17 - Endlich Wochenende. Für die meisten Menschen bedeuten diese beiden Tage Erholung und Spaß. Nicht aber für diejenigen, die pünktlich zum Zahnarztpraxis-Feierabend plötzlich unter Schmerzen leiden. Eine rausgebrochene Füllung, ein abgebrochener Zahn, Karies oder eine entzündete Zahnwurzel können dem Betroffenen den letzten Nerv rauben. Schmerzen im Mund-Kiefer-Bereich sind bereits unter der Woche eine echte Qual, besonders schlimm wird es allerdings, wenn der vertraute Zahnarzt im Wochenende ist.

Aber: alles halb so wild. Zum Glück gibt es den zahnärztlichen Notdienst, der Schmerzgeplagten auch am Wochenende die Last mit den Zähnen nimmt. Als zahnärztlicher Notfall, der eine sofortige Behandlung auch in der Nacht erforderlich macht, gilt Folgendes: Unfallverletzungen im Bereich von Zahn, Mund und Kiefer, Nachblutungen nach zahnärztlichen/chirurgischen Eingriffen (zum Beispiel nach Zahnentfernungen, Weisheitszahnoperationen, Implantatbehandlungen) oder fieberhafte Infektionen wie eine dicke Backe, Kieferabszesse oder Zahnfleischentzündungen. Hat man eine herausgebrochene Füllung, die keine Beschwerden hervorruft, kann der notdiensthabende Zahnarzt den Patienten auch am Folgetag behandeln. Welcher Zahnarzt Bereitschaft hat, kann jederzeit unter der 01805- 607011 abgefragt werden.

Ärgerlich, aber zum Glück nicht alltäglich ist es, wenn der diensthabende Zahnarzt dann die Behandlung verweigert. „Ein solches Verhalten kann und wird auch nicht akzeptiert werden“, sagt Jörg Pompetzki, Pressesprecher der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen. Vor rund zwei Wochen weigerte sich eine notdiensthabende Zahnärztin, die eine eigene Praxis in Eichenzell betreibt, eine Patientin zu behandeln.

Am Morgen ist noch alles ...Symboldbild Pixabay


Die junge Frau aus Fulda hatte sich am frühen Freitagabend mit hohem Fieber und einer Zahnwurzelentzündung bei der Zahnärztin gemeldet und um Behandlung gebeten. Zuvor war sie beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst im Klinikum Fulda gewesen, der eine dringende Weiterbehandlung durch einen Zahnarzt empfahl. Auf ihre Bitte, sie zu behandeln, antwortete die Zahnärztin, dass sie gerade keine Lust dazu hätte, in ihre Praxis zu fahren. „Sie sagte, ihre 17-jährige Erfahrung hätte gezeigt, dass ich es auch ohne Medikamente bis zum nächsten Tag überleben müsste“, erklärt die Patientin. „Ich habe ihr gesagt, dass das Fieber ganz plötzlich einsetzte und im Halbe-Stunden-Takt- weiter steigt und auch, dass der Arzt im Klinikum gesagt hat, ich müsse umgehend zum Zahnarzt. Das alles hat die Ärztin allerdings gar nicht interessiert.“ Auch die Erwähnung einer Schwellung und Schluckbeschwerden erweichten die Notfall-Diensthabende nicht. „Sie meinte, ich solle doch zu Hause mal in meinen Schränken suchen, ob ich etwas finden würde, was ich einnehmen könnte.“ Die Patientin fragte, was dies denn sein solle. „Ein Schmerzmittel, vielleicht auch der Rest eines Antibiotikums, welches wegen etwas anderem verschrieben worden sei, erwiderte sie.“

Aus Angst vor möglichen Komplikationen wandte sich die Schmerz-Patientin nach dem Telefonat erneut an den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Dieser verordnete der Frau ein Antibiotikum sowie fiebersenkende Mittel. „Ich hoffe jetzt einfach, nie wieder am Wochenende Probleme mit einem Zahn zu bekommen“, erklärt die Fuldaerin. „Dass die notdiensthabende Zahnärztin aber einfach meine Behandlung verweigerte, erschreckt mich nach wie vor.“

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung will nun eine Stellungnahme von der Zahnärztin einfordern. „Wir werden uns weitere disziplinarische Maßnahmen wie eine Abmahnung oder eine Geldstrafe vorbehalten“, erklärt der Pressesprecher. Patienten, die mit der Notdienstbehandlung nicht zufrieden seien, sollten sich direkt an die Kassenzahnärztliche Vereinigung wenden. „Wir prüfen jede Beschwerde ganz genau.“

Natürlich hat OSTHESSEN|NEWS auch die Zahnärztin um Stellungnahme gebeten. Bis heute hat diese allerdings nicht reagiert. (mr) +++


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