FULDASeine letzte Busfahrt

Mit Luftballons und Ständchen: Josef "Seppl" Schönherrs besonderer Rentenantritt

15.07.17 - Kurz nach 18 Uhr steigt Josef Schönherr - von Freunden auch "Seppl" genannt - am Freitag in den Bus der Linie 7. Nach fast 40 Jahren Tätigkeit als Busfahrer wird die Fahrt, die vom zentralen Busbahnhof bis nach Engelhelms führt, die letzte berufliche Tour werden. Es ist nur eine kurze Strecke, noch knapp 20 Minuten trennen den 63-jährigen aus Lüdermünd von seiner Pensionierung.

Pünktlich um 18:30 Uhr trifft die Linie 7 am Busbahnhof am Stadtschloss ein. Alles ganz gewöhnlich. Oder doch nicht? An der Haltestelle stehen rund 30 Personen, alle halten Luftballons in den Händen. Es sind Josef Schönherrs Familie, Freunde und Kollegen die gekommen sind, um dem beliebten Mann in den Ruhestand zu begleiten. „Auf seiner letzten Fahrt wollten wir unbedingt dabei sein“, erzählt uns ein Kollege.

In Rente gehen täglich Menschen, aber kaum jemand wird verabschiedet wie Schönherr. „Mein Bruder ist eben etwas ganz Besonderes“, freut sich Ingeborg Reibrich. „Immer ist er eine Stütze für andere Menschen, auf Josef kann man sich jederzeit verlassen“, sagt sie sichtlich gerührt.

Überrascht steigt Schönherr aus dem Bus, nimmt Glückwünsche entgegen, jemand hängt ihm ein selbstgebasteltes Schild sowie eine Medaille um den Hals. „Endlich Rentner – Ruh` Dich aus“ steht darauf geschrieben.

Fotos: Niklas Brumund/ Miriam Rommel


Knapp zehn Minuten später geht die Fahrt weiter, natürlich mit an Bord ist Schönherrs „Fanclub“. Es wird gesungen, gelacht, die Gäste stoßen mit Sekt an. Es dauert nicht lange, bis der sympathische Busfahrer die Endstation in Engelhelms ansteuert. „Alle man raus“, ruft er vergnügt.


Vor dem Bus wird sich aufgestellt, Fotos werden gemacht, Geschenke überreicht. Ein kleines Ständchen bekommt Schönherr auch noch, beim Refrain singen alle mit. Dass seine letzte berufliche Fahrt so aussehen könnte, damit hat er nicht gerechnet. „Ich freue mich wahnsinnig, das hier bedeutet mir sehr viel“, verrät er im Gespräch mit O|N.

Besondere Erlebnisse während den Fahrten hatte der 63-Jährige viele. „ich hatte wirklich Glück, es gibt zahlreiche schöne Dinge, an die ich mich erinnere.


Wirklich Negatives musste ich nie erleben. Und obwohl er gerne Busfahrer war, wird er den Job nicht vermissen. „Höchstens meine Kollegen“, sagt er. Was er nun als Erstes als frischgebackener Renter vorhat: „Zwei Tage lang ausschlafen“, sagt er und lacht. „Was danach kommt, weiß ich noch nicht“. (Miriam Rommel) +++




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