Von rechts: Junger Leser mit Rhön-Schaf - oder zumindest so ähnlich. - Foto: Matthias Witzel

FULDA/REGIONUnsere Heimat einmal anders

Osthessen und Rhön gegen den Strich gebürstet - Neues Buch von Tim Frühling

20.04.17 - „Fin-Ole, Lara-Mia, wir fahren dieses Jahr in den Sommerferien drei Wochen in die Rhön.“ Der Sohn, zwölf, zeigt seinen Eltern einen Vogel und verzieht sich schweigend zur Spielkonsole, die Tochter, 14, hat sofort wässrige Augen, ruft ihre beste Freundin an und rotzt mit tränenerstickter Stimme Wörter wie „uncool“ und „ätzend“ in den Hörer. – So beginnt das Vorwort des neuen Buches „111 Orte in Osthessen und in der Rhön, die man gesehen haben muss“ aus der Feder von HR-Wetterfrosch Tim Frühling.

HR-Wetterfrosch Tim Frühling während seiner ...Archiv-Foto: Erich Gutberlet

Die Reihe „111 Orte in ...“ des Emons-Verlags hat sich als alternative Reiselektüre etabliert und ungewöhnliche Darstellungen über prominente Reiseziele wie zum Beispiel Rom, London oder New York hervorgebracht. Nun also auch über die hiesigen Gefilden. Tim Frühling, der Wettermann mit dem besten Namen überhaupt, hatte bereits bei der Lesung seines Krimis „Festspielfieber“ im Rahmen des Festivals „Tatort Fulda“ vor wenigen Wochen auf die Neuerscheinung hingewiesen, und seit dieser Woche liegt das Buch druckfrisch vor.

Der Verlag habe ihm vorgeschlagen, ein Buch über Osthessen zu schreiben. „Aber für mich gehört die Rhön einfach dazu“, hatte er damals gesagt. Und so zeigt die Landkarte am Ende des Buches das lokale Spektrum der Betrachtung: Es hat zwar sein Zentrum in Fulda, wo die meisten Artikel spielen, reicht aber über den Hünfelder Raum bis Bad Hersfeld und über die bayerische Rhön bis Meiningen in Südthüringen.

Das Schöne daran: Es kommen weder der Fuldaer Dom noch die Bad Hersfelder Stiftsruine oder das Meininger Theater darin vor. Stattdessen liefert Tim Frühling die kleinen Geschichten über den Aschenberg, Fuldas Trabantenstadt, wenn man so will, über den Hersfelder Europa-Kreisel, an dem niemand vorbeikommt, der durch die Lullus-Stadt fährt, oder den ehemaligen Meininger Knast, der heute als Hotel genutzt wird. Der Wetter-Mann und Autor wirft seinen ganz eigenen Blick auf die Region.

Zwei Beispiele seien genannt: Das Haus Nr. 72 in der Niesiger Straße in Fulda war ursprünglich ein Jagdschlösschen am Nonnenröder Forst und wurde vor über 100 Jahren mühevoll abgetragen, um es im Stadtteil Horas wieder auferstehen zu lassen. Hätten Sie’s gewusst? Oder die Wippersheiner Höhe: Von dort hat der Betrachter einen schönen Blick auf die Kuppenrhön, deren neun Kegelberge man anhand eines Merksatzes lernen kann: „Ein Wiesel trägt auf seinem Rücken einen Apfel durch ein Stoppelfeld in einen kleinen, morschen Stall auf einer Lichtung, so ist es.“ Damit kann man sich Wissels-, Rückers-, Appels-, Stoppels-, Klein-, Mors-, Stein-, Licht- und Soisberg leidlich leicht merken.

Komponiert sind die Geschichten in gut zu lesenden Doppelseiten mit pfiffigen Texten, Fotos von Tim Frühlings Mutter Christine, einer ausgebildeten Fotografin, und nützlichen Zusatz-Informationen. Das Vorwort endet so: „Fin-Ole will im nächsten Jahr übrigens mit seinen Freunden im Tipi-Dorf schlafen und Lara-Mia das Rhön-Schäfchen besuchen, bei dessen Geburt sie dabei war.“ Wenn das keine schöne Werbung für Osthessen und die Rhön ist ... (Matthias Witzel) +++




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