Die Karfreitagsliturgie in der Klosterkirche am Kreuzberg endete mit der Kreuzabnahme und der Grablegung. Eigens um diese Szene darstellen zu können wurde ein Kreuz und Korpus angeschafft. -

KREUZBERGEigens geschaffene Christusfigur

Karfreitag auf dem Kreuzberg: Liturgie mit Kreuzabnahme und Grablegung

16.04.17 - Die Karfreitagsliturgie in der Klosterkirche am Kreuzberg umfasst nicht nur die Passionsgeschichte und Kreuzverehrung, sondern auch Jesu Kreuzabnahme und Grablegung. Eigens für diesen besonderen Moment wurde vom Langenleitner Künstler Klaus Metz eine Christusfigur geschaffen. Die Idee die Kreuzabnahme und Grablegung darzustellen hatte vor zehn Jahren Bruder Johannes-Matthias. In der Grabeskirche in Jerusalem sei er bei einer solchen Liturgie mit dabei gewesen, kann sich Klaus Metz an die ersten Gespräche erinnern. „Wir haben uns lange überlegt, wie wir diese Szene der Passion vermitteln können.“ Reich technisch sei es eine Herausforderung gewesen.

Fotos: Marion Eckert


„Es war nicht leicht zu entwickeln. Die Christusfigur sollte ja keiner Marionette gleichen.“ Letztlich entwickelte er gemeinsam mit seinem Vater Günter Metz einen Federmechanismus, der es erlaube bei der Kreuzabnahme die Arme des Gekreuzigten an die Körperseite zu legen. „Es ist immer wieder ein emotionaler Moment, wenn er Korpus abgenommen wird.“ Mit Hammerschlägen und einer Zange wurden auch in diesem Jahr am Karfreitag die Nägel aus den Händen und Füßen der Christusfigur gezogen.


Totenstille herrschte in der Klosterkirche
„Das ist ein Moment der unter die Haut geht. Ich habe viel Tränen gesehen“, sagte Metz. „Es ist ein besonderer Moment. Die Intensität der Symbolik, die ganze Brutalität des Kreuzes löst diese Emotionen aus.“ Die Kreuzabnahme auf diese Weise mitzuerleben, führe noch tiefer und näher an das Geschehen von Karfreitag heran. Zuvor hörten die Gläubigen in der Klosterkirche die Passionsgeschichte nach dem Johannes-Evangelium. Pater Martin Domogalla, Pater Georg Andlinger und Pater Berthold Türffs lasen die Textpassagen zur Sterbestunde.


Das Kreuz stand im Mittelpunkt des Karfreitags. Pater Georg machte es auch zum Mittelpunkt seiner Predigt, in der er eindringlich davor warnte, sich an den Anblick des Kreuzes zu gewöhnen. Es sei kein bloßer Zimmerschmuck im Herrgottswinkel. „Wenn das Kreuz zur Gewohnheit wird, hat es keine Botschaft mehr für uns.“ Das Kreuz in den Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern, die Weg- und Gipfelkreuze - seien eine sichtbare Präsenz des Glaubens. „Diese Kreuze möchten wir gerne begrüßen, doch wie sieht es aus, wenn uns das Kreuz im eigenen Leben zugemutet wird?“ Krankheit, ein Unfall - viele Menschen haben Kreuze zu tragen, vielen Menschen sehe man es auch an, dass sie ein schweres Kreuz tragen. „Wie viele Kreuze gibt es hinter verschlossenen Türen und Gesichtern, wo wir es gar nicht ahnen?“ Pater Georg sprach sich für beherztes anpacken, für gegenseitiges unterstützen und bewusstes annehmen des eigenen Kreuzes aus, um nicht in einschläfernder Gleichgültigkeit und in Gewohnheit verharren. Es folgte die Liturgie der Kreuzenthüllung und -verehrung.


Von den Mitarbeiten des gastronomischen Betriebes am Kreuzberg wurde das mit einem violetten Tuch verhängte Kreuz in die Kirche getragen, aufgerichtet und enthüllt. Eindrucksvoll stand das enthüllte Kreuz vor dem Altarraum. Im Hintergrund der Hochaltar mit einem violetten Tuch verhängt und einer Dornenkrone geschmückt. Die Menschen näherten sich dem aufgestellten Kreuz, die Kniebeuge oder Verneigung jedes Einzelnen, drückte die Liebe und Dankbarkeit für Jesus Christus aus.


Dann wurde der Korpus abgenommen. Still war es in der Kirche als er auf einer Bahre lag und hinaus getragen wurde. „Er ist hinabgestiegen in der Reich des Todes“, beteten die Geistlichen, während in der Kerzenkapelle der Korpus in ein blumengeschmücktes Grab gelegt wurde. Kerzen erhellten die Szenerie. Die Menschen beteten. Betrachteten das Grab. Die Liturgie war zu Ende. Doch die Inschrift über dem Grab verwies schon auf die Zukunft: „Sein Grab wird glorreich sein“. (me) +++




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